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seum (1781, 118 Stück)1 eine sehr interessante Nachricht davon einrückte, welche ich oben schon einigemahl angeführt habe. Diese Finanzeinrichtungen sind ein abermaliger Beweis, daß richtige Grundsätze früh angenommen und ununterbrochen standhaft befolgt, die heilsamsten Wirkungen hervorbringen. Der Markgraf fand, als er 1757 die Regierung in Anspach antrat, dieß Fürstenthum mit 2,300,000 Thlr, und 1769 beym Regierungsantritte in Bayreuth dieß mit 2,400,000 Thlr verschuldet; also in allem 4,700,00 Thlr Landesschulden. Er faßte sogleich den edlen Entschluß, diese Schulden zu tilgen, und führte ihn dergestalt aus, daß zu Ende 1780 wirklich über zwey Millionen Thaler getilgt waren; und unter dem Reste sind solche, wo der Landesherr sich selbst schuldig ist oder welche Kirchen und milden Stiftungen gehören, und daher nicht können und dürfen abgezahlt werden. Bey dieser vortreflichen Wirthschaft hat dieser Fürst, von dem jemand sagte: C’est un Neveu qui agit en Oncle, dennoch Mittel gefunden, den Unterthanen einen Theil der Abgaben zu erlassen, bis Ende 1780 für 151,000 Rthlr. neue Güter und Realrechte anzukaufen,

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1 Diese Nachricht ward aus dem Museum in den Lauenburgischen Kalender für 1783 abgeschrieben, ohne die Quelle anzuzeigen. Herr Hofrath Schlötzer, der nicht wußte, daß diese Nachricht schon im Museum stand, machte davon einen Auszug im 3ten Hefte seiner Staatsanzeigen. S. 389.