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ten worden, als der Burggraf noch sein Schloß zu Nürnberg hatte. Wenn man weiß, welchen geringen Begriff die Nürnbergischen Schriftsteller mit dem Burggrafthume zu Nürnberg verbinden wollen; so sieht man, daß es eine Neckerey ist, das Kaiserl. Landgericht in diesem Lexikon unter dem Titel Burggericht zu Nürnberg anzuführen. Freylich kann der Markgraf von Brandenburg als Burggraf von Nürnberg, vermöge dieses Kaiserl. Landgerichts auch Gerechtsame über Nürnbergs Unterthanen ausüben. Laut des sogenannten Harrasischen Vertrages, der 1496 durch Kursächsische Vermittelung geschlossen worden: „Wollen die Herren Markgrafen und Ihre Landrichter des Kais. Landgerichts des Burgrafthums Nürnberg, mit demselben Landgericht von einiger Sach wegen über Leib und Gut nicht richten in die Stadt Nürnberg, NB: so weit die jetzo (1496) mit den Stadtmauern und Graben verfangen ist. Was aber die Stadt Nürnberg, ihre Bürger und Innwohner außerhalb gemeldter Stadt im Landgericht liegend haben, es sey Gostenhof, Wöhrd oder anders, wie das Namen hat, mag das Landgericht richten, in dinglichen aber nicht in persönlichen Klagen.“

Es ist zwar bekannt, daß einige Nürnbergische Schriftsteller von je her affektirt haben, von den Gerechtsamen des Burggrafthums Nürnberg und von den Rechten des Hauses Brandenburg, die daraus fließen, sehr verächtlich zu urtheilen. Es scheint aber, daß dieser sonderbare Kützel unzuträglich ist, besonders in der Lage, in welcher sich die Stadt Nürnberg befindet. Es giebt nur zu Vorfällen und Erörterungen Anlaß, die man lieber vermeiden sollte.

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