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Zehnter Abschnitt.

Reise von Erlangen nach Anspach, und von da nach Nürnberg.

Wir mietheten in Erlangen zwey Pferde von einem Hauderer1, so wie wir auch in Bamberg gethan hatten. Die Erlangischen Fuhrleute sind in der Gegend sehr bekannt, als geschwind und wohlfeil fahrend. Wir bedungen diesen, uns die Nacht durch nach Anspach zu bringen, in Anspach einen Tag auf uns zu warten, und uns denn nach Nürnberg zu fahren. Dieses sind nach der Postrechnung 26 Stunden oder 13 Meilen; und er war, das Warten mitgerechnet, mit 9 Fl. sehr wohl zufrieden, fuhr auch so geschwind, als nur ein Postillion fahren kann. Wir fuhren Sonnabends den 25 May gegen Abend um ½ 7 von Erlangen ab. Der Weg gehet auf Chausseen2 bis Anspach. Nahe vor Erlangen ist der Weg mit schönen Alleen besetzt. Der Boden ist zwar sandig, aber gut kultivirt. Die Dörfer sind angenehm. Sie würden bey uns für Flecken oder Städtchen passiren. Anstatt der Zäune sieht man Mauern von Bruchsteinen

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1 So nennt man in diesen Gegenden einen Miethsfuhrmann der über Land fähret.

2 Das Chausseegeld ist auf 1 Kr. für die Stunde oder 2 Kr. für die Meile bestimmt.